• Die Geschichte vom Fischer Luba

    Die Luba-Geschichte gibt es in unterschiedlichen Versionen. Ernst Deecke hat 1852 eine alte Version geschrieben:

    "Im Jahre 1066 empörten sich die Wenden gegen den deutschen Kaiser, ermordeten ihren christlichen König Gottschalk, und setzten den Fürsten von Rügen, Kruto, auf seinen Thron. Dieser baute auf dem Werder zwischen Trave und Waknitz eine feste Burg mit Mauern und Thürmen, die man, weil der Platz mit hohen, schönen Buchen lustig bestanden war, Buku, Bughenitz oder Bukowitz nannte.

    Als nun einmal König Kruto auf einem Seezuge in der Ferne war, kam König Gottschalks Sohn, Buthue, und belagerte den Ort mit Hülfe der Sachsen. In kurzer Zeit gingen den Einwohnern die Lebensmittel aus; und die Stadt wäre in die Hände der Feinde gefallen, wenn nicht ein kluger Fischer, namens Luba, sie durch eine List gerettet. Er nahm eines Tages alles Brot und Fleisch und andere Speise, so viel er noch auftreiben konnte, in seinen Kahn, und fuhr ganz sorglos auf die feindlichen Schiffe zu, welche die Trave gesperrt hielten.

    Als er angehalten und sein Kahn untersucht ward, wunderten sich die Belagerer über die vielen Eßwaaren, und befragten ihn, was er damit wolle. Da sagte Luba: Weil alles in der Stadt so wohlfeil wäre, hätte er sich hinausbegeben, um seine Waaren auf den umliegenden Märkten zu verkaufen. Als das die Feinde hörten, verzweifelten sie an der Einnahme der Stadt, und hoben die Belagerung sogleich auf.

    Nun kehrte Luba jubelnd zurück, und da sein Anschlag so wohl gelungen war, stellte man ihm einen Wunsch frei. Er aber begehrte nichts für sich oder seine Erben, sondern erbat für seine Amtsbrüder die Gerechtigkeit, daß nur ihnen allein lebendige Fische auf dem Markt feil zu halten erlaubt werden möchte; was er auch erhielt. Die Stadt hieß aber seitdem Lubastadt, und nahm zur Erinnerung in ihr großes Siegel einen Kahn mit Fischern auf, in ihr kleines aber ein Fischernetz. Auch pflegten die Fischer in ihrer Schenke zum Drakenstein, dem Rathhause gegenüber (das war Breite Str. 77), am Tage der unschuldigen Kindlein den Gürtel des Luba in einer Schüssel auszustellen und vorzuzeigen. Jene Gerechtigkeit ist aber bis 1680 gehalten, da den Travemündern erlaubt ward, lebendige Dorsche in die Stadt zu bringen, weil man Seewasser nicht mehr für frisch Wasser achtete."


    So also sieht das Siegel aus:




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